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Ich heiße Paasche, war Seeoffizier und bin Revolutionär!

 
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Auteur Bericht
Yvonne
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BerichtGeplaatst: 17 Apr 2011 20:28    Onderwerp: Ich heiße Paasche, war Seeoffizier und bin Revolutionär! Reageer met quote

Ich heiße Paasche, war Seeoffizier und bin Revolutionär!

Artikel vom 28.03.2011

Autor passt in kein Schubfach
Von Lars Franke


Rostock. Im September 1917 erscheint auf Gut Waldfrieden in der Nähe des heute polnischen Posen ein Polizeikommando. Die Beamten verhaften den Hausherrn, den aus der Marine entlassenen Kapitänleutnant Hans Paasche. Etwas Ungeheuerliches hat sich der Gutsbesitzer nach Ansicht des preußischen Staats zu Schulden kommen lassen.

Am 14. Juli soll der Mann aus großbürgerlichem Elternhaus gemeinsam mit Kriegsgefangenen den französischen Nationalfeiertag begangen haben. Sogar die Marseillaise wurde gesungen, die Nationalhymne des sogenannten Erbfeindes. Und die Trikolore wehte über dem Gutshaus. An Paasches Festnahme konnte nun selbst der prominente Name des Vaters nichts mehr ändern. Paasche-Senior, der als Vize-Präsident des Reichstages zur politischen Elite des Kaiserreiches gehörte und außerdem eng mit der Großindustrie verflochten war, hatte allerdings selbst auch kein Verständnis für die Ambitionen seines Sohnes.

Seit knapp zwei Jahren stand Paasche-Junior unter geheimpolizeilicher Beobachtung. Seit er sich geweigert hatte, an einem Standgericht gegen einen Matrosen mitzuwirken und man ihn deshalb aus der Marine ausgeschlossen hatte.

Diesmal erwartete ihn ein Prozess wegen Aufrufs zum Hochverrat und versuchten Landesverrates. Ein Todesurteil wäre keine Überraschung gewesen. Offenbar um sich nicht mit dem mächtigen Reichstags-Vize anzulegen, wird Hans Paasche auf seinen Geisteszustand untersucht und danach in einer Berliner Irrenanstalt eingesperrt. Dort befreien ihn im November 1918 aufständische Matrosen. Kurz danach wird er in den Arbeiter- und Soldatenrat gewählt.

"Ich heiße Paasche, war Seeoffizier und bin Revolutionär!", soll der 37-Jährige nach den Recherchen seines späteren Biografen Werner Lange auf einem Tisch stehend ausgerufen haben. Man schenkt ihm Vertrauen und nunmehr leitet er im Rat das Ressort Auswärtiges und Waffenstillstand.

Doch die Revolution scheitert. Völlig unerwartet stirbt Paasches Frau. Gemeinsam mit vier Kindern zieht er sich auf Gut Waldfrieden zurück. Als gebrochener Mann, wie ein Bekannter zu glauben meint - der Schriftsteller Kurt Tucholsky.

18 Jahre zuvor war Hans Paasche in die kaiserliche Marine eingetreten. Als Offizier auf dem Kreuzer "Bussard" demonstrierte er vor der südost-afrikanischen Küste die Machtansprüche der Hohenzollern. Zum negativen Schlüssel-Erlebnis wird seine Teilnahme an der Niederschlagung eines Aufstandes der schwarzen Ureinwohner. Die Schuldgefühle werden ihn lebenslang nicht mehr loslassen. Er zieht den Waffenrock aus und erforscht mit seiner Frau Ellen den Südosten Afrikas. Das Buch "Im Morgenlicht" wird erst nach seinem Tod zum Bestseller.

Paasche lässt sich in kein ideologisches Schubfach pressen. Nach seinem Tod wird ihn die Kommunistische Partei (KPD) für sich in Anspruch nehmen. Knapp 100 Jahre später fällt es noch schwerer, Paasches Bedeutung als führenden Kopf der "Abstinenzler-Bewegung" einzuordnen: "Ich habe gekämpft nicht nur gegen Alkohol, was allein alle Menschen gegen einen aufbringt, sondern gegen Fleisch, Tabak, Zucker, Feinmehl, gegen Schundliteratur, Kino und Gassenhauer, für Schulreform, Bodenreform, Kleidungsreform, Sprachreinigung, Naturschutz und Frauenstimmrecht."

Als 1914 der Erste Weltkrieg beginnt, reagiert der überzeugte Pazifist nicht anders als Millionen Deutsche. Er ist der festen Meinung, sein Vaterland verteidigen zu müssen. Eine verklärte Weltsicht, die Paasche schnell überwindet. Als Beobachter auf dem Leuchtturm Roter Sand vor der Mündung der Weser, auf einem Minenleger, als Kompaniechef in Wilhelmshaven.

1919 wird er in "Meine Mitschuld am Weltkriege" erklären: "Alles, was der Deutsche kann und hat, steht im Dienst brutaler Gewalt, und eines Tages braucht der eine, dem göttliche Weisheit zugeschrieben wird, nur auf den Knopf zu drücken, und alles Deutsche wälzt sich vernichtend über die Erde: Kanonen, Panzerplatten, chemische Industrie, Grenadierknochen, Philosophie, Menschenfleisch, Druckerschwärze, Zement. Ein wüster feldgrauer Brei." Es kommt 1916 zum erwähnten Rausschmiss aus der Marine, 1917 zur Verhaftung, 1918 zur Befreiung durch die Novemberrevolution.

In den Jahren 1919 und 1920 überschlagen sich die innenpolitischen Ereignisse. Es ist die Stunde gekommen, in der reguläre Reichswehrverbände und rechte Freikorps versuchen, die letzten Errungenschaften der November-Revolution auszumerzen. Hunderte Linke fallen dem rechten Terror zum Opfer. Auf einer der Todeslisten steht der Name Hans Paasche, wohnhaft auf Gut Waldfrieden.

Eine Abteilung des Reichswehr-Schutzregimentes 4 rückt am 21. Mai 1921 an. Ein kommunistisches Waffen-Versteck soll ausgehoben werden. Waffen, die übrigens niemals gefunden wurden. Der Gutsherr befindet sich gerade außer Haus, ist zu einem nahe gelegenem See Schwimmen gegangen.

Man hört Schüsse. Hans Paasche stirbt - nur mit einer Badehose bekleidet. Auf der Flucht erschossen, erklärt der Kommando-Führer. Die polizeilichen Untersuchungen werden bald eingestellt. Die Begründung des Staatsanwaltes: "Der Tod des Paasche ist auf ein Zusammentreffen nicht voraussehbarer unglücklicher Umstände zurückzuführen, für welche niemand strafrechtlich verantwortlich zu machen ist."

Kurt Tucholsky hat dem Ermordeten ein Gedicht gewidmet: "... da rücken heran zwei Offiziere und sechzig Mann... Das Opfer in Badeanzug... Schuß. In den Dreck. Wieder son Bolschewiste weg - ! Verbeugung, Kommandos, hart und knapp. Dann rückt die Heldengarde ab. Ein toter Mann. Ein Stiller. Ein Reiner. Wieder einer. Wieder einer."

1985 überführt Paasches Tochter Helga den Grabstein aus dem polnischen Zacisze nach Hessen. Inzwischen erinnern allerdings wieder in dem polnischen Dorf Gedenktafeln an den streitbaren Pazifisten. Auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde trägt eine riesige Platte im Ehrenhain der Sozialisten auch den Namen Hans Paasche.

"Ich heiße Paasche, war Seeoffizier und bin Revolutionär!"

(c) http://www.nordkurier.de/index.php?objekt=nk.magazin.heimatgeschichte&id=799170
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