Forum Eerste Wereldoorlog Forum Index Forum Eerste Wereldoorlog
Hét WO1-forum voor Nederland en Vlaanderen
 
 FAQFAQ   ZoekenZoeken   GebruikerslijstGebruikerslijst   WikiWiki   RegistreerRegistreer 
 ProfielProfiel   Log in om je privé berichten te bekijkenLog in om je privé berichten te bekijken   InloggenInloggen   Actieve TopicsActieve Topics 

Der letzte Mann. Charles Kuentz

 
Plaats nieuw bericht   Plaats Reactie    Forum Eerste Wereldoorlog Forum Index -> Personen Actieve Topics
Vorige onderwerp :: Volgende onderwerp  
Auteur Bericht
Yvonne
Admin


Geregistreerd op: 2-2-2005
Berichten: 45647

BerichtGeplaatst: 04 Nov 2005 8:45    Onderwerp: Der letzte Mann. Charles Kuentz Reageer met quote

Charles Kuentz aus Colmar ist der einzige überlebende Frontkämpfer der deutschen Armee.


In den Ersten Weltkrieg zog er in deutscher Uniform. Denn er war Elsässer. In den Zweiten Weltkrieg zog er in französischer Uniform. Denn er war Elsässer.

Sein Sohn François wurde für den Krieg 1944 in eine SS-Uniform gesteckt. Heute liegt der Sohn auf einem französischen Gefallenenfriedhof, "Mort pour la France". Denn auch er war Elsässer.

"Es ist ein wenig kompliziert", sagt Charles Kuentz, als müsste er sich dafür entschuldigen. Vor ihm auf dem Wohnzimmertisch liegen eine preußische Kriegskarte und ein Militärpass. Es sind Museumsstücke. Kuentz hat sie noch in seinem Tornister getragen. Im Februar wurde Charles Kuentz 107 Jahre alt. Er ist einer der 36 überlebenden Frontsoldaten in Frankreich. Er ist der einzige von ihnen, der an beiden Fronten des Weltkriegs, Ost und West, gekämpft hat. Und vermutlich ist er der letzte Überlebende von 13,2 Millionen Soldaten, die in deutscher Uniform gekämpft haben.

"Erzähl, Papa!", sagt seine Tochter.

"Die Kälte in Russland, die Nässe, der Schlamm in den Unterständen", sagt Charles Kuentz.

Kuentz ist ein hellwacher Greis mit seidiger Haut, der seine Einkommenserklärung selbst macht, Kartoffeln schält und die Zeitung liest. Er braucht keinen Pfleger. Im Mai wird er nach Berlin kommen, auf Einladung des Deutschen Historischen Museums. Er wird durch eine Geschichtsausstellung gehen, und die Leute werden ihn bestaunen wie jemanden, den eine Zeitmaschine ausgeworfen hat.

Er hat die Augen weit aufgerissen, die Brauen nach oben gezogen wie ein Junge, der sein erstes Autorennen sieht. Es ist der gleiche neugierige Blick wie auf dem Foto vor ihm auf dem Küchentisch, aufgenommen 1916 in Jüterbog, wo Charles Kuentz aus Colmar für den Tod gedrillt wurde. Das Bild zeigt ein als Soldat verkleidetes Kind, in zu großen Stiefeln und mit Jungenbärtchen auf der Oberlippe. Nein, sagt er, er träume nicht mehr vom Krieg.

Zweieinhalb Jahre lang war der Tod stets da. Kuentz überlebte die minus 40 Grad in den russischen Gräben, die Sümpfe und den Typhus. Er überlebte die zweite Marneschlacht, die Somme und das Gas von Ypern. Einmal wurde hinter ihm sein Freund weggeschossen. Er selbst lebte weiter. Die Luft war voller Eisen und Erde. Es stank nach den Kadavern, die von den Granaten immer wieder ein- und ausgegraben wurden. Da war das Pfeifen der heranfliegenden Granaten, das Grollen, trommelfellzerfetzendes Krachen, die maßlose Gewalt der Explosionswellen. Kuentz stand neben seinem Geschütz und lebte weiter. Keine Verwundung, kein Splitter, nichts. Der Tod immer gegenwärtig. Er muss sich so an Charles Kuentz gewöhnt haben, dass er schließlich vergaß, ihn mitzunehmen.

1995 hat die französische Republik alle noch lebenden Frontkämpfer mit der Ehrenlegion ausgezeichnet. Charles Kuentz hat sie nicht bekommen. Denn er ist Elsässer.

"Ich habe fast nie vom Krieg erzählt, als ich nach Hause kam", sagt Kuentz. Die Fragen hat er sich aufschreiben lassen und am Abend zuvor die Antworten notiert, in gleichmäßiger und ruhiger Schrift. "Es ist erst jetzt, seitdem ich hundert Jahre alt bin und man mich immer mehr über den Krieg befragt, dass ich versuche, mich an gewisse Ereignisse zu erinnern." Er liest auf Deutsch, erklärt auf Französisch. Seine Stimme etwas zu laut, wie bei allen, deren Gehör nachlässt. Beim Lesen schaut er sein Gegenüber immer wieder an, als wolle er sicher sein, dass kein Wort verloren geht.
immer wieder an, als wolle er sicher sein, dass kein Wort verloren geht.

Als Kuentz am 18. Februar 1897 geboren wurde, roch seine Welt nach Petroleumlampen. Strom gab es nicht. Ein Kind namens Adolf Hitler lernte gerade Lesen. Kuentz' Vater war bei der Eisenbahn: "Er ist 1864 als Franzose geboren worden und musste in seinem Leben fünfmal die Nationalität wechseln." 1871 wurde Elsass-Lothringen deutsch, 1918 wieder französisch, 1940 von Deutschland besetzt und 1944 endgültig Teil der République Française.

Das Elsass war von Kultur und Sprache gewiss deutsch - vom Nationalgefühl jedoch französisch. Die Marseillaise war in Straßburg geschrieben und zum ersten Mal gesungen worden. Napoleons beste Generäle waren Elsässer, in der Grande Armée waren überproportional Elsässer unter den Offizieren.

Nach der Annexion Elsass-Lothringens 1871 begann Ähnliches wie 120 Jahre später in der Ex-DDR. Das alte Reich schickte Beamte, Lehrer und Ingenieure ins Anschlussgebiet und versuchte mit sehr viel Geld, im "Reichsland" blühende Landschaften zu errichten. Es wurde der Straßburger Bahnhof gebaut, die Justizgebäude rund um den Kaiserplatz. Das Elsass gehörte unmittelbar dem Reich. Der Kaiser übte die Staatsgewalt aus, und die aufgestellten Truppen hießen "Kaiserliche".

So auch die "Kaiserliche Garde", deren letzter Angehöriger, der Artillerist Charles Kuentz, an seinem Wohnzimmertisch sitzt, in einem anderen Jahrtausend.

Als der Krieg begonnen wurde, war Kuentz Gymnasiast in Metz. An Kriegsbegeisterung kann er sich nicht erinnern. Manche Elsass-Lothringer mochten sich die Befreiung durch Frankreich erhoffen. Die meisten verhielten sich loyal, in der Annahme, dass Deutschland den Krieg rasch und siegreich beenden würde. Und alle fürchteten sich. Das Land westlich des Rheins hatte genug Kriege miterleben müssen, um zu wissen, dass die nächsten Monate entsetzlich sein würden.

Über ganz Elsass-Lothringen wurde der "verschärfte Kriegszustand" verhängt. Es gab Umsiedelungen, Kriegsgerichte, "Schutzhaft", Requirierungen und eingeschmolzene Kirchenglocken. Die zarten Gefühle für den Kaiser hielten dem Kriegsalltag nicht lange stand. Das Elsass war das einzige Gebiet des Reichs, auf dessen Boden während des gesamten Kriegs gekämpft wurde. Das Massensterben begann im Elsass, lange vor Verdun. Am Lingekopf und am Hartmannsweilerkopf starben Zehntausende Soldaten.
_________________
Met hart en ziel
De enige echte

https://twitter.com/ForumWO1


Laatst aangepast door Yvonne op 04 Nov 2005 8:53, in toaal 2 keer bewerkt
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht Verstuur mail Bekijk de homepage
Yvonne
Admin


Geregistreerd op: 2-2-2005
Berichten: 45647

BerichtGeplaatst: 04 Nov 2005 8:46    Onderwerp: Reageer met quote

Der letzte Mann (2)

Von der Mobilmachung am 1. August 1914 waren 220 000 Elsässer und Lothringer betroffen, unter ihnen Robert Schuman, der spätere Außenminister und Gründungsvater Europas. Entgegen den Propagandazahlen des Kriegsministeriums waren es nur etwa 8000, die sich freiwillig gemeldet hatten.

Im Juni 1916 bekam auch Charles Kuentz seine Einberufung. "Ich war nicht in patriotischer Stimmung. Meine Situation als Elsässer war spezial", liest er vor. Er musste den Krieg als Bruderkrieg empfinden. Er hatte einen zwei Jahre älteren Cousin gleichen Namens in Lyon, auf der anderen Seite. Dem anderen Charles Kuentz gelang es dann, sich vom französischen Heer zurückstellen zu lassen, um sein Archäologiestudium fortzusetzen. Er würde später an der Ausgrabung Tutench-Amuns teilnehmen.

In der Kaserne von Jüterbog wurde Kuentz ausgebildet. Er war der einzige Elsässer der Kompanie. Die "Franzosenköppe" galten als potenzielle Spione, Heimaturlaub wurde ihnen verweigert. Es hatte zu Kriegsbeginn Desertion gegeben. Das Artillerie-Regiment 99, in dem viele Elsässer dienten, bekam den Namen "Schnupftuchregiment", nachdem Mannschaften gleich am ersten Tag weiße Taschentücher an ihre Gewehre geknüpft und die Seiten gewechselt hatten.

Immer wieder wurde in deutschen Zeitungen von Verratsversuchen, von Giftanschlägen und Heckenschüssen der "Wackes" gemunkelt. Am 15. März 1915 gab es einen ersten Geheimbefehl des preußischen Kriegsministeriums, "politisch verdächtige Elsass-Lothringer" von der Westfront zu entfernen.

So wurde Kuentz im Winter 1916 nach Russland transportiert, um gegen den Zaren zu kämpfen. "Es war so furchtbar kalt", sagt er. "Bis zu minus 40 Grad. Wir konnten die Russen ganz in der Nähe sehen. Manchmal schossen sie herüber. Aber meist war es ruhig. Es war zu kalt für den Krieg."

Kuentz ist Katholik. Im Tornister trug er den Rosenkranz seiner verstorbenen Mutter. Er sagt: "Ich hatte großes Gottvertrauen. Ich habe viel gebetet, um Kraft zu schöpfen." Er erzählt, wie er sich einmal geweigert habe, zurück an die Front zu gehen, aus Protest gegen das Urlaubsverbot. "Ich zeigte dem Unteroffizier mein Militärheft, in dem der Satz vom Kaiser stand, er kenne nur noch Deutsche, mit gleichen Pflichten und Rechten." Kuentz wurde angebrüllt und zum Hauptmann geschleppt. Der hörte ihm zu. Kuentz bekam Urlaub. Als er zurückkehrte, waren die meisten seiner Kameraden gefallen.

Im Frühling 1917 wurde sein Regiment wieder nach Frankreich verlegt. Bis Kriegsende musste Kuentz an allen größeren Schlachten teilnehmen, in der Champagne, in Flandern, an der Marne. In Ypern habe er auf Engländer schießen müssen.

Im letzten Kriegsmonat kommt er nach Aachen. "Dort ging alles drunter und drüber. Es war eine Art Revolution. Die Soldaten rissen sich die Schulterstücke herunter. Als ich das sah, sagte ich mir: Der schreckliche Krieg ist vorbei, und bin nach Hause gegangen." Später erhielt er aus Berlin eine Mitteilung, wonach er keinen Anspruch auf Entlassungsgeld habe, weil er sich nicht ordnungsgemäß abgemeldet hätte.

"Ich wollte von dem Krieg nichts mehr sehen und nichts mehr wissen. Ich wollte den Alptraum vergessen."

Das Elsass war für Deutschland verloren. In einem letzten Versuch, die Annexionen von 1871 zu retten, hatte Reichskanzler Max von Baden im Oktober 1918 eine unabhängige Republik Elsass-Lothringen angeboten. Es war zu spät. Die zarten Gefühle für den Kaiser hatten die harten Jahre unter der faktischen Militärdiktatur nicht überstanden. Die Franzosen wurden als Befreier begrüßt. Außerdem waren sie die Sieger.

In Straßburg bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte und hissten am 13. November die rote Fahne über der Kathedrale. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wurde umgestürzt, man sang die Marseillaise und wechselte schließlich die rote gegen die blau-weiß-rote Fahne aus.

Charles Kuentz sprach gut Französisch. Das war sein Glück. Er ging zur Post, wurde Inspektor. Über den Krieg sprach er nicht: "Ich wollte von dem Krieg nichts mehr sehen und nichts mehr wissen. Ich wollte den Alptraum vergessen."

Er heiratete seine Frau Germaine, sie bekamen vier Kinder und hatten im Sommer 1939 genug Geld angespart, um endlich bauen zu können. Wieder kam der Krieg nach Colmar. Wieder ging die Front durch die Familie Kuentz. Charles Kuentz bekam diesmal eine französische Uniform übergestreift. Im "Drôle de guerre", den nahezu kampflosen Monaten zwischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich und dem Beginn des Frankreich-Feldzugs, diente er in einer Fernmeldeeinheit. Als er entlassen wurde, war er wieder Deutscher geworden. Das Elsass blieb für den Rest des Kriegs besetztes Gebiet und gehörte jetzt zum "Gau Oberrhein".

"Ich hatte nur Angst, dass meinem Sohn François das Gleiche passieren könnte wie mir", sagt Kuentz. Genau das sollte geschehen. Völkerrechtswidrig zieht die Wehrmacht 140 000 Elsass-Lothringer ein. Tausende andere werden aus Mühlhausen und Straßburg vertrieben, weil sie im vorangegangenen Krieg auf der französischen Seite gekämpft hatten.

"Die Deutschen haben meinen Sohn eingezogen. Er war ein 'Malgré-nous'." Ein Widerwilliger. So nennen sich die von der Wehrmacht Zwangsrekrutierten Elsässer und Lothringer bis heute. François Kuentz kam im Februar 1944 noch als 17-Jähriger zur SS-Panzer-Division "Das Reich". "Als sein Zug nach Königsberg zur Ausbildung abfuhr, haben sie die Marseillaise gesungen." Daran erinnert sich sein Vater noch.

Wieder trugen Elsässer unterschiedliche Uniformen. François Kuentz kämpfte in seiner SS-Division gegen andere Elsässer, die im Südwesten Frankreichs die Brigade "Alsace-Lorraine" der Résistance aufgebaut hatten. Dann wurde er nach Norden beordert. In der Normandie waren die Alliierten gelandet.

Jahrelang fürchtete Charles Kuentz, sein Sohn hätte an den Massakern beteiligt sein können, die "Das Reich" in dem kleinen Ort Oradour anrichtete. "Da waren Elsässer dabei gewesen, das wusste ich. Aber es ist die 3. Kompanie gewesen, nicht die Einheit meines Sohnes."

François wurde verwundet, mit dem Viehwaggon heim in Richtung Reich gefahren, bekam Wundbrand und starb am 20. August 1944, kurz vor seinem 18. Geburtstag. Er wurde begraben in der Champagne, in der Erde, die im Krieg zuvor von der Artillerie seines Vaters umgepflügt worden war. Man legte ihn in die zweite Reihe des Soldatenfriedhofs von Sillery bei Reims. Auf dem Gefallenendenkmal steht "Mort pour la France", gefallen für Frankreich.

Im Elsass wird man keine Grabmäler "Gefallen für ..." finden. Auf den Friedhöfen steht schlicht: "Unseren Toten". 1936, als in Deutschland der nächste Krieg vorbereitet wurde, errichtete in Straßburg der Bildhauer Léon Drivier auf dem Place de la République, ehemals Kaiserplatz, sein Gefallenenmahnmal. Es steht heute noch. Man sieht eine Mutter, die ihre zwei sterbenden Söhne in den Armen hält. Einer kämpfte für Frankreich, einer für Deutschland.

Der Sohn war tot, die älteste Tochter starb. Charles Kuentz, der Vater, lebte weiter. Jetzt wieder als Franzose.

Seine Frau Germaine ist längst gestorben, seine beiden jüngsten Kinder leben mit ihm zu Hause. Es gibt keine Enkel. Charles Kuentz sagt oft: "Man müaß namme, wie äs kömmt." Oder: "Tout avec mesure", seinen anderen Lebensspruch. Alles mit Maß.

1960 wird er nach 47 Jahren pensioniert. Er hat sich in der Mitte gehalten und ist auch nach den Kriegen den Einschlägen entkommen. Keine Krankheiten, keine Unfälle, kaum Gebrechen. Nur ein Sturz beim Bergwandern im 99. Lebensjahr. Kein Hass, kein Groll, keine Alpträume mehr. Kuentz steht auf, um sich zu verabschieden und kommt noch mit bis zur Tür. "Auf Wiedersehen", sagt er.

Diese Augen haben jeden einzelnen Tag des vergangenen Jahrhunderts gesehen, und Gott weiß, weshalb sie immer noch glänzen.


ALEXANDER SMOLTCZYK:Der Spiegel, betaalde versie
_________________
Met hart en ziel
De enige echte

https://twitter.com/ForumWO1


Laatst aangepast door Yvonne op 04 Nov 2005 13:44, in totaal 1 keer bewerkt
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht Verstuur mail Bekijk de homepage
Yvonne
Admin


Geregistreerd op: 2-2-2005
Berichten: 45647

BerichtGeplaatst: 04 Nov 2005 8:51    Onderwerp: Reageer met quote

Charles Kuentz is in april 2005 overleden.

_________________
Met hart en ziel
De enige echte

https://twitter.com/ForumWO1


Laatst aangepast door Yvonne op 04 Nov 2005 13:19, in totaal 1 keer bewerkt
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht Verstuur mail Bekijk de homepage
Tom



Geregistreerd op: 3-2-2005
Berichten: 2310
Woonplaats: Heemskerk

BerichtGeplaatst: 04 Nov 2005 13:18    Onderwerp: Reageer met quote

Indrukwekkend. Het was toen idd nog een ventje.
_________________
Wat we doen in 't leven, klinkt door tot in de eeuwigheid.
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht Verstuur mail Bekijk de homepage
Von Kluck



Geregistreerd op: 24-9-2005
Berichten: 119

BerichtGeplaatst: 04 Nov 2005 16:25    Onderwerp: Reageer met quote

Zijn zoon heeft in ieder geval definitief de duitse kant gekozen want de SS bestond uitsluitend uit vrijwilligers. Daar moest je dus expliciet voor gekozen hebben.
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht
derwisj



Geregistreerd op: 17-2-2005
Berichten: 7578
Woonplaats: aalst

BerichtGeplaatst: 04 Nov 2005 18:59    Onderwerp: Reageer met quote

Von kluck, dat van die SS enkel vrijwilligers is een fabeltje; in het begin van de oorlog was dit zo; maar later werden er gewoon soldaten van andere eenheden overgeplaatst; vooral overtallige soldaten van de kriegsmarine en luftwaffe, maar ook gewone dienstplichtigen of soldaten van de weermacht.
pascal
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht
Von Kluck



Geregistreerd op: 24-9-2005
Berichten: 119

BerichtGeplaatst: 05 Nov 2005 2:29    Onderwerp: Reageer met quote

derwisj schreef:
Von kluck, dat van die SS enkel vrijwilligers is een fabeltje; in het begin van de oorlog was dit zo; maar later werden er gewoon soldaten van andere eenheden overgeplaatst; vooral overtallige soldaten van de kriegsmarine en luftwaffe, maar ook gewone dienstplichtigen of soldaten van de weermacht.
pascal


Echt niet!!

de enige die min of meer onvrijwillig terecht konden komen in de Waffen SS waren: medische EN/OF admistratieve Hulp-troepen!!!

De rest: de Frontttoepen..; waren daadwerkelijk wel: Vrijwilliger!!
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht
derwisj



Geregistreerd op: 17-2-2005
Berichten: 7578
Woonplaats: aalst

BerichtGeplaatst: 05 Nov 2005 8:15    Onderwerp: Reageer met quote

Von kluck, dit is een WOI forum en niet de plaats om over de SS te discussieren, maar er waren inderdaad WEL heel wat "onvrijwillige" SS troepen...
pascal
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht
Yvonne
Admin


Geregistreerd op: 2-2-2005
Berichten: 45647

BerichtGeplaatst: 10 Jun 2006 5:52    Onderwerp: Reageer met quote

Erster Weltkrieg
Einer von zehn Millionen

Es ist ganz still, es muß ganz still sein in seinem Kopf, seit es so laut war, daß er sich fast verloren hätte.

„Papa.”

Er trägt ein schiefes Lächeln im Gesicht, diesem Gesicht, das seltsam jung aussieht, sicher nicht wie ein Greis, obwohl die Haut so weiß ist, so weiß, daß es ein wohliger Schock ist, wenn man aus dem hellen Sommerlicht in das Haus tritt, und er sitzt dort, in dem grünen Sessel, die Füße schön nebeneinander auf dem Boden, die graue Hose, das Hemd, die Krawatte, der dunkle Pullover, die große, schwarze Brille.

„Papa.”

Die Augen, vor allem die Augen sind es. Sie strahlen, als käme das, was sie sehen, von weit weg. Oder der, der all das sieht, ist selbst sehr weit weg.

„Papa, das ist der Journalist aus Deutschland.” Seine Tochter hilft ihm aus dem Stuhl, er hat viele Besuche in diesen Tagen, die französische Presseagentur AFP war gestern da, und morgen ist ja auch noch eine goldene Hochzeit. Er schwankt etwas, als sie ihn aus dem Sessel hebt, er hält sich an seinem Stock fest. Der Händedruck ist lang und kräftig, seine Hand ist warm.

„Guten Tag, wie geht es Ihnen”, sagt er, seine Worte sind weich und rund, und sie hängen im Raum wie die Zeit, beides an den Rändern leicht ausgefranst.

Ein grausames Jahrhundert

Es ist ein absurder Versuch, das alles zu verstehen. 107 Jahre ist Charles Kuentz alt, er hat drei Jahrhunderte gesehen, er wurde als Deutscher im Elsaß geboren, er wurde 1918 Franzose, 1940 Deutscher, 1945 wieder Franzose, sein Sohn starb 1944, er sang die Marseillaise, als sie ihn zwangsrekrutierten, in die SS, automatisch in die SS damals, der Sohn starb noch im gleichen Sommer, „pour la France”, so steht es auf seinem Grab. Es ist ein „drôle de siècle”, was für ein merkwürdiges Jahrhundert, was für ein grausames Jahrhundert. Vielleicht lächelt Charles Kuentz deshalb so oft.

Er ist einer der letzten Veteranen der „grande guerre”. Er ist wohl überhaupt der letzte lebende Soldat der kaiserlichen deutschen Armee. Einer von zehn Millionen, „er war einer von zehn Millionen”, sagt seine Tochter Marie Thérèse und schaut ihren Vater an, der lächelt, in die Stille hinein, die ihn seit jenen Tagen einhüllt, seit jenen Tagen im Lärminferno, das dieser Krieg auch war, seit jenen Tagen „im fünften und sechsten Gardefeldartillerieregiment Zossen”, das sagt er, das weiß er, das wird er nie vergessen.

Das ist unser Leben

„Der Krieg war unser Schicksal”, das sagt jetzt die Tochter Marie Thérèse, die viel für ihren Vater antwortet, seit er praktisch gar nichts mehr hört. Sie haben gerade das Haus renoviert, in dem sie wohnen, seit sie auf der Welt sind, sie und ihr Bruder Gérard, die nie ausgezogen sind, die nie ein eigenes Leben hatten, „c'est notre vie”, sagt sie, „was will man machen, man kann sich das nicht aussuchen”, und sie klingt nicht bitter, sondern heiter, auf angenehmste Weise heiter.

Das Haus, in dem die Familie seit 1929 wohnt, ist außen im hellen Rosa gestrichen, wie es hier typisch ist, in Colmar, dieser Fachwerkstadt, die einen in eine Zeit katapultiert, als das Leben auch nicht besser war und das Sterben genauso tödlich, dafür aber weniger modern und effizient. Sie waren vier Kinder, den Bruder nahm der Krieg, die Schwester nahm der Krebs, die beiden jüngsten sind nun auch schon über siebzig, lange haben sie ihre Mutter gepflegt, die einen Hirnschlag erlitt, als sie vom Tod des Sohnes erfuhr. Marie Thérèse wurde Sekretärin, Gérard wurde Techniker, sie haben nie geheiratet, sie leben für den Vater, der nie vom Krieg sprechen wollte. Erst als er hundert wurde, fing er damit an.

„Hier ist es noch enger als in den Schützengräben”, sagt Marie Thérèse, als sie ihren Vater durch den Flur führt, der voller Kisten steht und Leitern und Geschirr. Seit sechs Wochen sind die Handwerker da, die mit nacktem Oberkörper durchs Haus steigen. Im Wohnzimmer steht außer Papas grünem Sessel kein Möbelstück am richtigen Platz, also fahren wir hinaus, in die Vogesen, die sich hinter Colmar erheben, hinauf fahren wir, dorthin, wo das Grauen vier Jahre wohnte.

2000 schwarze Kreuze

Die Straße, die sich zum Lingekopf hochschlängelt, wurde zu Beginn des Krieges angelegt. Nachschub für die Front, die hier auf dem Bergkamm verlief. Hinter einer grauen Mauer stehen 2000 schwarze Kreuze. Es ist der Friedhof der deutschen Soldaten.

Marie Thérèse hebt ihren Vater aus dem Wagen, ein schwarzer Honda, „seit wir den neuen Wagen haben”, sagt sie, „geht das alles etwas schwerer”.

Charles Kuentz schwankt kurz, „ich muß wieder mehr gehen”, sagt er. Um sechs Uhr steht er jeden Tag auf, er macht seine Gymnastik, er betet, „er betet viel”, sagt seine Tochter, dann frühstückt er, liest die Zeitung, schaut Tierfilme, besonders gern Tierfilme. Jetzt geht er langsam auf den Friedhof, lehnt sich an eines der wenigen steinernen Grabmäler, „Landsturmmann Sally Thannhäuser”, steht da, gefallen am 1.8.1915.

Charles Kuentz reckt das Kinn etwas in die Höhe für den Fotografen, ein stolzer alter Mann, er hält den Kopf ein wenig schief und trägt sein Lächeln, dieses Lächeln, das manchmal fast wie ein Kichern ist. Wie ist das alles passiert, wie habe ich das alles überlebt? Im kalten Winter 1916, in Rußland, als es minus vierzig Grad hatte? In Frankreich dann und in Flandern, wo das Jahr 1917 in Stellungskämpfen zerfloß? In Ypern, 1918, gegen die Engländer?

Ein Treffen als Zeittunnel

„Ils nous ont bombardés drôlement”, sagt Charles Kuentz. Im September fährt er wieder nach Ypern mit seinen beiden Kindern, um einen englischen Soldaten von damals zu treffen. „C'est l'Europe”, sagt er, „quand même.” Es ist ein Zeittunnel, dieses Treffen, am einen Ende stehen wir, am anderen Ende steht dieser wache alte Mann, der aussieht, als werde er nie fortgehen. Auf so einer Reise wird dann selbst die Hummel, die auf der lila Blume landet, daran herumsaugt und weiterfliegt, selbst dieses Bild in Bunt wird dann zu einem alltäglichen Idyll neben dem Grab, ein Bild, das all das bestreitet und dabei deutlich formuliert, was Charles Kuentz erzählen könnte.

Es gibt dieses Foto aus der Zeit, als er eingezogen und zum Soldaten ausgebildet wurde, 1916, in Jüterbog bei Berlin. Er kam damals direkt aus dem Internat, in das ihn sein Vater geschickt hatte, als Charles elf war. Seine Mutter war gestorben, als er vier war. Ein kleiner Kerl mit Helm ist da zu sehen, die Wangen etwas voll, ein weiches Gesicht. Neben ihm stehen zwei andere Soldaten, Kinder, furchtsam und ahnungslos und leer im Blick. Sie tragen hohe Schaftstiefel, eine Hand am Gürtel, die Ärmel sind zu lang, der Mantel schaut so schwer aus, daß Charles Kuentz gar nicht erzählen muß, wie schwer er war, wenn er sich erst einmal Woche für Woche im belgischen Herbst mit Regen vollgesogen hatte, mit dem Matsch und dem Blut des Freundes, der neben ihm von einem Geschoß zerfetzt wurde.

Wer weiß, ob wir uns wiedersehn

Das Gesicht des jungen Charles Kuentz ist verwackelt auf diesem Bild, er hatte nicht stillgehalten. Auf dem Schild, das vor ihnen lehnt, steht: „Wer weiß, ob wir uns wiedersehn.”

Die Farbe war gewichen, auf den Fotos von damals, der Schrecken war geblieben; und heute, wenn die Farbe wiederkommt, ist der Schrecken nur schwer zu finden. Auch am Hartmannswillerkopf.

„Dort waren die Franzosen, und dort waren die Deutschen, das muß man wissen, das sieht man nicht mehr”, sagt der Bruder.

„Hier gab es immer viele Heidelbeeren”, sagt die Schwester.

Die Franzosen haben ihre Stellungen aus Holz gebaut, hier oben, wo in vier Jahren kein Zentimeter gewonnen wurde, aber 10000 Leben verlorengingen; die Deutschen haben aus Stein gebaut, also sind ihre Schützengräben noch erhalten, zehn, vielleicht fünfzehn Meter entfernt von den Stellungen der Franzosen, nur knapp über dem Scheitelpunkt des Hügels, der jetzt mit Gras bewachsen ist.

Zwei Jungs in Baseballmützen laufen durch den Schützengraben. Sie rufen: „Nous allons vous bombarder” und werfen einen Tannenzapfen. Hinter ihnen ist ein weißes Kreuz, auf dem steht, daß an dieser Stelle vier deutsche Soldaten exhumiert wurden, am 11.7.1969, knapp einen Monat, bevor ich geboren wurde.

Man wird es nicht verstehen

Ein wenig rostiger Stacheldraht liegt herum und ein Eisenteil, das mal zu einem deutschen Geschütz gehörte. Charles Kuentz wartet im Auto, er hat hier nie gekämpft, hier, wo in den Bergen zwischen dem deutschen und dem französischen Soldatenfriedhof ein paar Touristen den Krieg begehen. Und was er erlebt hat, das kann man sich hundert Mal erzählen lassen, verstehen wird man es nicht, verstehen wird man nur sein Schweigen.

Am Tag, als er vom Waffenstillstand hörte, fuhr er direkt nach Hause ins Elsaß, von 1919 an arbeitete er für die Post, 1923 heiratete er, er sah die Deutschen gehen, sah sie kommen, sah sie wieder gehen, sie nahmen seinen Sohn mit. 1966 ging er nach 47 Jahren in Ruhestand. Und dann, nach dieser Ewigkeit, fing etwas an.

Da war dieser Engländer zum Beispiel, ein lustiges Gesicht und ein zu großes Sakko mit vielen bunten Orden auf dem Foto, das Charles Kuentz hält. „Wir haben uns bekämpft, und heute sind wir Freunde geworden”, sagt er. „Komisch, oder?”

Für die Jugend mache er das eigentlich, sagt er, damit die nicht vergesse, wie der Krieg ist, den sie nie erlebt hat. „Ich glaube”, sagt er und schaut auf das Foto in seiner Hand, „ich glaube, er ist mittlerweile gestorben. Wie heißt er?”

„Arthur”, sagt seine Tochter.

„Arthur heißt er”, sagt Charles Kuentz. Er bearbeitet weiter die Pastete, die uns der Wirt eines Gasthofes oberhalb von Colmar spendiert hat, ein Freund, ein Bewunderer auch, der auf dem Akkordeon ein verspätetes Geburtstagslied für Charles singt.

Das leicht ungläubige Lächeln von vorher, als er die Bilder ansah vom jungen Charles in der Uniform der Kaisergarde und von den Truppenzügen und von den zerfetzten Landschaften, dieses Lächeln ist verschwunden, seine Augen blicken traurig.

Die Angst blieb

Die Angst war immer da, in den zweieinhalb Jahren im Krieg und in den Jahren danach wohl auch, und in solchen Augenblicken kommt sie zurück. Nur einmal, erzählt er, hat er etwas gegen die Angst getan, gegen die Beklommenheit und die Verzweiflung, die über ihn kamen, wenn er an die Front mußte. Das war in Flandern, als er seinem Hauptmann sagte, er werde nicht gehen, er habe Pflichten gegenüber seinem Vaterland, aber auch Rechte, und eines dieser Rechte sei das auf Urlaub. Ihm als Elsässer sei das aber bislang nicht gestattet worden. Der Hauptmann schaute ihn lange an, dann sagte er, er werde sehen, was er tun könne, für heute solle er an die Front zurück. Ein paar Wochen später wurde der Urlaub gewährt. Als Charles Kuentz danach an die Front kam, war ein Großteil seines Regiments tot.

„Ohne den Hauptmann wäre ich wahrscheinlich gar nicht hier”, sagt er.

Seit fast neunzig Jahren ist es still in seinem Kopf. Es ist eine Stille, die jeden Lärm übertönt.

Jetzt strahlen seine Augen wieder, als habe er das Leben angehalten in jenem Sommer 1916.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 1. August 2004
Georg Diez
_________________
Met hart en ziel
De enige echte

https://twitter.com/ForumWO1
Naar boven
Bekijk gebruikers profiel Stuur privé bericht Verstuur mail Bekijk de homepage
Berichten van afgelopen:   
Plaats nieuw bericht   Plaats Reactie    Forum Eerste Wereldoorlog Forum Index -> Personen Tijden zijn in GMT + 1 uur
Pagina 1 van 1

 
Ga naar:  
Je mag geen nieuwe onderwerpen plaatsen
Je mag geen reacties plaatsen
Je mag je berichten niet bewerken
Je mag je berichten niet verwijderen
Ja mag niet stemmen in polls


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group